Die Eröffnung

Endlich ist es so weit – Der Brunnen in Jello wird eingeweiht!

Bis zur letzten Minute feilten wir an den letzten kleinen Baustellen und schafften es nur dank der einkalkulierbaren Unpünktlichkeit rechtzeitig fertig zu werden. So wurde das Dach des Pförtnerhauses und die Ein- und Ausgänge des Brunnengeländes nur wenige Minuten vor Eintreffen der Vertreter der Behörden fertig. Wie uns am Vorabend kurzfristig mitgeteilt wurde, sollte donnerstags nämlich nicht nur der erste offizielle Betriebstag sein, sondern auch eine festliche Einweihungsfeier stattfinden. Noch mit Arbeitskleidung und ungewaschenen Händen nahmen wir gegen Nachmittag die Gäste in Empfang, die den erneut durch starken Regen kaum passierbaren Weg auf sich genommen hatten. Die Einweihung wurde wie jedes Treffen auf traditionelle Weise von dem Vorsitzenden des Ältestenrates eröffnet. Als dieser unsere Arbeit in solch einer entlegenen Region würdigte, für die sich Regierungsvertreter sonst kaum interessieren, blieb dem angereisten Woreda Chief Administrator nichts als ein verlegenes Lächeln übrig. Stellvertretend für unsere ganze Projektgruppe bekamen wir jedoch dann von beiden Würdenträgern gemeinsam ein Abschiedsgeschenk überreicht: Ein traditioneller Hut und ein Schal in den Farben der Region. Solch ein Schal könne man nirgends kaufen,so versicherten uns die Ältesten, sondern nur für besondere Verdienste überreicht bekommen.

 

Nach einigen weiteren kurzen Ansprachen wurde dann, in westlicher Manier, das Brunnengrundstück offiziell eröffnet und gleich mit der Wasserausgabe begonnen.

Wie es bei großen Festen üblich ist, wurde abends eine Ziege geschlachtet. Unser Lagerfeuer wurde leider anfangs jedoch durch einen starken Gewitterregen ausgelöscht und so wurde das Festmahl zu einem Mitternachtssnack.

Ein wenig müde, sehr wehmütig aber auch stolz auf unsere Arbeit hieß es dann gestern früh Abschiednehmen von Jello und den Leuten, die uns in den letzten Monaten so sehr ans Herz gewachsen sind. Ein letztes mal machten wir uns auf den beschwerlichen Weg durch die unendlichen Weiten Äthiopiens. Selbst nach über eineinhalb stunden Fußmarsch begegneten wir noch Frauen mit Wasserkanistern, die sich auf den Weg nach Jello machen, um von dort sauberes Wasser für ihre Familien zu holen.

Amelie wird in den verbleibenden vier Wochen ihres Praktikums gemeinsam mit SMART die letzten verbleibenden Arbeiten fertigstellen. Eine Hälfte des Weges an den Wasserausgabestellen muss noch gepflastert werden, sowie Putz und Farbe an die Gebäude angebracht werden.

 

 

 


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